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1.000 CHRONISCH KRANKE KINDER WARTEN IN WIEN AUF THERAPIE

Kürzung des Leistungsangebotes “alarmierend, beschämend und unverständlich“

„Es ist höchst alarmierend, und es ist für eine Weltstadt auch beschämend: Chronisch kranke Kinder und Jugendliche sind in Wien oft mangelhaft versorgt. Gerade diejenigen, die spezielle Therapien bräuchten, um ihren Lebensweg positiv gestalten zu können, landen auf Wartelisten oder müssen überhaupt für einen Therapieplatz abgewiesen werden“ kritisieren die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und die Elterninitiative „lobby4kids“ diese unerträgliche Situation im Gesundheitsbereich.

Zahlen dazu hat Prim. Dr. Friedrich Brandstetter vom „Zentrum für Entwicklungsförderung“ im 22. Wiener Gemeindebezirk schon vor einem Jahr vorgelegt: So stehen allein in den vier größten Ambulatorien in Wien ungefähr 850 chronisch kranke Kinder monatelang auf Wartelisten. Dazu kommen 600 bis 700 behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche pro Jahr, die überhaupt abgewiesen werden müssen: „Bei Kindern mit zum Teil schweren Entwicklungsstörungen oder Behinderungen wird zwar rechtzeitig die Diagnose erstellt, die notwendigen Behandlungen können aber oft erst mit unzumutbarer Verzögerung durchgeführt werden.“ so Brandstetter, ärztlicher Leiter eines Ambulatoriums.

Selbst ein Kontrollamtsbericht der Stadt Wien zeigte diese bedenkliche Entwicklung auf: „Im Betrachtungszeitraum der Jahre 2002 bis 2007 konnten bei einer Reihe dieser Einrichtungen zum Teil mehrmonatige Wartezeiten und
punktuell auch Aufnahmesperren festgestellt werden, weshalb nicht von einem bedarfsgerechten Leistungsangebot - insbesondere im therapeutischen Bereich - ausgegangen werden konnte.“ Von einer daraufhin eingesetzten Kommission der Stadt Wien sind bis heute keine Ergebnisse bekannt. Die politisch Verantwortlichen wie zum Beispiel der Fonds Soziales Wien und Gesundheits-Stadträtin Mag. Sonja Wehsely hätten das Angebot sogar noch sukzessive gekürzt. Die Therapiekontingente vieler Einrichtungen wurden heuer erstmals durch eine Deckelung eingefroren, einige Institute geschlossen bzw. frühere Subventionszusagen nicht eingehalten.

„Betroffene Eltern und Kinder leiden enorm unter dieser Situation. Es ist oft ein unglaublicher Hürdenlauf, bis eine Familie für ihr Kind die adäquate Therapie bekommt, sofern sie sich diese nicht - zumindest teilweise - privat finanzieren kann.“ erklärt Mag. Dr. Irene Promussas von der „lobby4kids“ die „Zwei Klassen-Medizin“. So arbeiten in Wien rund 60 Institute in vergleichbaren Aufgabenbereichen für Erwachsene gegenüber fünf Ambulatorien für Kinder und Jugendliche. Auf der Homepage der Wiener Ärztekammer erfährt man, dass es 56 FachärztInnen für Neurologie oder Psychiatrie mit Kassenvertrag für Erwachsene gibt, aber nur drei (!) für Neuropädiatrie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zu den mehr als 1.000 Kindern und Jugendlichen, die auf Therapie warten müssten, komme aber auch noch der große Bereich der ebenfalls fehlenden psychotherapeutischen und kinderpsychiatrischen Versorgung.

„Diese Situation ist für Wien und für Österreich gesundheitspolitisch, aber auch volkswirtschaftlich völlig unverständlich. Denn das, was eine Gesellschaft in die Gesundheit der Kinder früh investiert, bekommt sie vielfach zurück!“ fasst Prim. Dr. Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, abschließend zusammen.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0087/1000-chronisch-kranke-kinder-warten-in-wien-auf-therapie


Folgende Aussendungen sind in Reaktion danach am 14.4.2010 ergangen:
- http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0143/fpoe-ebinger-vernachlaessigung-von-kindern-mit-entwicklungsstoerungen-ist-eine-schande-fuer-wien
FPÖ-Ebinger: Vernachlässigung von Kindern mit Entwicklungsstörungen ist eine
Schande für Wien
Utl.: Chronisch kranke Kinder und Jugendliche werden nach wie vor unzureichend versorgt =

- http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0171/fsw-erweiterte-gesundheitsleistungen-fuer-kinder-und-jugendliche
FSW erweiterte Gesundheitsleistungen für Kinder und Jugendliche =

- http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0172
Auch Kinder sind im KAV bestens versorgt
Utl.: Multiprofessionelle Teams kümmern sich besonders um Entwicklungsstörungen =

- http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0181/wgkk-bietet-hoechste-kinderarztdichte-von-oesterreich
WGKK bietet höchste Kinderarztdichte von Österreich
Utl.: Umfangreiches Angebot für Kinder mit Entwicklungsstörungen -
Vernetzung muss verbessert werden =

- http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0196/vp-praniess-kastner-chronisch-kranke-und-behinderte-kinder-in-wien-offensichtlich-patienten-zweiter-klasse
VP-Praniess-Kastner: Chronisch kranke und behinderte Kinder in Wien offensichtlich Patienten zweiter Klasse
Utl.: Stadt Wien ignoriert Erkenntnisse aus Untersuchungskommission und
Kontrollamtsbericht =

- http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100414_OTS0222/sp-wagner-an-praniess-kastner-kinder-im-wiener-gesundheitswesen-bestens-versorgt
 SP-Wagner an Praniess-Kastner: Kinder im Wiener Gesundheitswesen bestens versorgt
Utl.: Stadt Wien nicht für Abschluss von Kassenverträgen zuständig =



BERICHT zur Lage der Kinder und Jugendgesundheit in Österreich 2010

Auszüge aus der bisherigen Medien-Berichterstattung und diverser politischer Reaktionen nach unserer Pressekonferenz am 28.1.2010 finden Sie unten.
 
1. Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit
hier zum Download mit Bildschirm-Auflösung und mit Druck-Auflösung

Bestellung des gedruckten Berichts
Gerne können Sie den Bericht bei uns gegen einen Unkostenbeitrag von Euro 15,- plus Porto bestellen: Schicken Sie dazu bitte eine Mail an office(at)kinderjugendgesundheit.at mit der Anzahl der von Ihnen gewünschten Berichte und den Angaben zu Ihrer Person (Name, Adresse). Bezahlung erfolgt per Erlagschein.

Unterlagen zur Pressekonferenz

1) Beitrag Klaus Vavrik
2) Beitrag Irene Promussas
3) Beitrag Eva Mückstein
4) Beitrag Wilhelm Kaulfersch
5) Beitrag Marion Hackl

Unicef-Studien 2007 und 2010
OECD Studie 2009 Länderranking"Gesundheit auf einen Blick" - Ländernotiz Österreich, "Doing better for Children" - Ländernotiz Österreich


Politische Reaktionen:

1) "Mitterlehner: Jugendstudie unterstreicht Notwendigkeit einheitlicher Jugendschutz-Bestimmungen - Wirtschafts- und Jugendminister will Jugendschutz vereinheitlichen, um Akzeptanz zu erhöhen und Orientierung zu verbessern - Gewaltprävention wird neuer Förderschwerpunkt =" (OTS-Aussendung)
 
2) "VP-Korosec ad Kindergesundheitsbericht: Warum schweigt der Herr Bürgermeister? - Wien ist bei Präventionsmaßnahmen alles andere als vorbildlich" (OTS-Aussendung)

3) "SP-Zatlokal: 15. Bezirk als Vorreiter bei Gesundheitsförderung von Jugendlichen - Rudolfsheim-Fünfhaus kämpft seit drei Jahren gegen Gesundheitsdefizite bei Jugendlichen" (OTS-Aussendung)

4) "VP-Korosec ad Kindergesundheit: Stadt Wien ignoriert Adipositasgefahr seit Jahren - Letzter Kindergesundheitsbericht bereits 10 Jahre alt!" (OTS-Aussendung)

5) "NÖ Ärzte fordern Aufklärung über gesunde Kindesernährung bereits im Mutter-Kind-Pass - Erschreckende Daten aus der Stellungsuntersuchung zeigen jahrelange Versäumnisse" (OTS-Aussendung)

6) "ÖVP fordert mehr Aktivität für Jugendgesundheit - Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Rauchen, psychische Probleme: VP-Gesundheitssprecher Rasinger will gegensteuern. Kampagnen werden allerdings nicht reichen, er will konkrete Gesundheitsziele formulieren." (Artikel in "Die Presse")

7) "Grünewald zu Jugendgesundheit: ÖVP hat Problematik jahrelang verschlafen - Windbüchler-Souschill: Schönen Worten müssen endlich Taten folgen" (OTS-Aussendung)

Berichterstattung:

ORF Fernsehen Information am 28.1.2010:
Zeit im Bild, ZIB 20, ZIB 24 mit Schwerpunkt zum Thema:
"Die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen im Land ist an einem Tiefpunkt. Ein Drittel der 15-jährigen greift bereits mindestens einmal pro Woche zur Zigarette. Auch beim Alkoholkonsum und sogar der Selbstmordrate liegt Österreich im internationalen Spitzenfeld. Eine heute präsentierte Studie soll aufzeigen, woran es happert im Gesundheitssystem und wie man diesen Negativ-Trend stoppen kann."

ORF Rundfunk Ö1 Mittagsjournal am 28.1.2010:
"Stöger: Aktionsplan für gesunde Kinder
Österreich hat im OECD-Vergleich die meisten rauchenden 15-Jährigen. Und 23 Prozent der Jugendlichen trinken regelmäßig Alkohol. Wenig beeindruckt von diesen heute präsentierten Studienergebnissen zeigt sich Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ). Er setzt auf den "nationalen Aktionsplan Ernährung"."

ORF Rundfunk Ö1 "Von Tag zu Tag" von 14:03 bis 14:40 Uhr am 28.1.2010
"Die Löcher im Netz - Eine Koalition für die Gesundheit der Kinder
Die seelische und körperliche Gesundheit von Kindern in Österreich ist eine der schlechtesten aller Industrieländer, zeigen aktuelle Studien von UNICEF und OECD. In der EU liegt Österreich im Punkt Kindergesundheit auf dem letzten Platz. Vertreter verschiedener Berufsgruppen protestieren gegen fehlende Beratungs- und Behandlungsplätze und fordern unter anderem ein Reha-Zentrum für chronisch kranke Kinder. Was bedeutet ein Jahr Warten auf einen Therapieplatz für Kinder? Auf welche Lücken im Gesundheitssystem stoßen Familien mit kranken oder seelisch belasteten Kindern?

Darüber spricht Johann Kneihs mit dem Kinderarzt Primar Wilhelm Kaulfersch, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, und mit Eva Mückstein, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie."

Austria Presse Agentur APA am 28.1.2010:
Aussendung 1
"Gesundheit: Experten - Österreich vergisst seine Kinder
Heftige Kritik - 7.000 Rehab-Plätze für Erwachsene - Kein einziges Zentrum für Kinder und Jugendliche - Zwei Jahre Wartezeit auf Therapien"

Aussendung 2
"Gesundheit: Experten - Österreich 2 - Psychotherapie kontingentiert
In Oberösterreich Versorgungsgrad von 0,1 Prozent - "Auf Psychotherapie warten Sie ein Jahr"

Der Standard am 29.1.2010
"Kindergesundheit - Alarm um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Österreich"

Die Presse am 29.1.2010
"Wie krank ist unsere Jugend? Ziemlich - Immer mehr Kinder und Jugendliche in Österreich haben psychische Probleme, greifen zu Alkohol und Nikotin oder sind suizidgefährdet. Behandlungsplätze, die sich Eltern leisten können, sind schwer zu erhalten."

Kurier am 29.1.2010
"Heimat, bist du kranker Söhne und Töchter - Beim Alkohol- und Nikotinmissbrauch liegen Österreichs Jugendliche im Spitzenfeld. Experten fordern mehr Vorsorge."

Kinderkurier am 1.2.2010
"xund"

Kronenzeitung am 29.1.2010
"Jugend bei Trinken, Rauchen, Mobbing "Weltklasse" "In Sachen Gesundheit vergisst Österreich seine Kinder": Vehemente Kritik am Gesundheitssystem samt den Versorgungsmöglichkeiten, die das Krankenkassensystem bereitstellt, gab es am Donnerstag bei der Präsentation des ersten Berichts zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit. Besonders arg schaut's demnach beim Rauchen und Trinken aus."

Salzburger Nachrichten am 29.1.2010
"Mehr Sorge für kranke Kinder - Für kranke Kinder und Jugendliche werde zu wenig getan, kritisiert ein Bericht."

Kleine Zeitung am 29.1.2010
"Österreich vergisst bei Gesundheit auf die Kinder"
"Jugend vor dem Abgrund: Nikotin, Alkohol, Suizid"

Tiroler Tageszeitung am 29.1.2010
"Österreich vergisst seine Kinder: Heftige Kritik - 7000 Reha-Plätze für Erwachsene - Kein einziges Zentrum für Kinder und Jugendliche - Zwei Jahre Wartezeit auf Therapie"
"Ärzte wollen Masterplan - Die Ärztekammer hat nun ein umfangreiches Forderungspaket zur Jugendgesundheit vorgelegt."

Vorarlberger Nachrichten am 29.1.2010
"Unsere Jugend im Teufelskreis"

Radio Wien zum Mitreden mit Christian Ludwig von 12.00 bis 13.00 Uhr am 29.1.2010
Zu Gast: Primar Dr. Klaus Vavrik, Präsident der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit


Präsentation des 1. Berichts zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit
am Donnerstag, 28. Jänner 2010 um 10.00 Uhr in Wien
 

Selbstmordrate, Alkohol- und Nikotinmissbrauch – da liegen unsere Jugendlichen im Spitzenfeld der OECD-Staaten. In Bezug auf die Kinder- und Jugendgesundheit ist Österreich in der Europäischen Union Schlusslicht. Es ist ein Skandal, dass Kinder in Österreich ein Jahr auf einen Therapieplatz warten müssen und diese Bevölkerungsgruppe beim Thema Gesundheit nicht vorkommt. Bei der Pressekonferenz wird die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und ihr „1. Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich“ präsentiert.

Datum:   Donnerstag, 28. Jänner 2010 um 10.00 Uhr

Ort:        Cafe Landtmann, Löwelzimmer
              1010 Wien, Dr. Karl Lueger Ring 4

RednerInnen:

1) Primar Dr. Klaus Vavrik
(Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit)

2) Mag. pharm. Dr. Irene Promussas
(Vorsitzende des Eltern- und Selbsthilfebeirates der Liga, Gründerin des Vereins Lobby4kids - Kinderlobby)

3) Dr. Eva Mückstein
(Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie)

4) Primar Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Kaulfersch
(Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde)

5) Marion Hackl
(Obfrau des Bundesverbandes der ErgotherapeutInnen Österreichs)
 
Der 1. Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit ist eine Zusammenschau von ExpertInnenmeinungen der verschiedensten Professionen, welche in der „Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit“ eine gemeinsame Interessens- und Kooperations-Plattform gefunden haben, - und die ist in Europa bisher einzigartig.

Die VertreterInnen der Medien sind herzlich eingeladen.

Rückfragehinweis: Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez
Mobil: 0676/4528400 schaffelhofer(at)kinderjugendgesundheit.at