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Die Liga wächst - hier stellen wir neue Mitglieder vor:

Mitglieder stellen sich vor

Verband der Diätologen Österreichs

Anlässlich des Beitritts unseres Berufsverbandes zur Österreichischen. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit in diesem Jahr möchten wir uns herzlich für die Aufnahme bedanken.
 
Rund um die derzeit herrschenden, oft ideologisch bedingten Grabenkämpfe um die Kinderernährung möchten wir einerseits zur Versachlichung der Diskussion beitragen und andererseits aufzeigen, welche Möglichkeiten im Rahmen der frühen, aber auch der späteren Hilfen bestehen, die essenziellen Themen Ernährung und im Bedarfsfall klinische Diätetik zu implementieren.
 
Wir vernetzen die klinisch tätigen KollegInnen aus den pädiatrischen Zentren Österreichs, bringen uns aber auch in Projekte wie „Richtig Essen von Anfang an“ und weitere Aktivitäten rund um den NAPe ein.
Als Verband setzen wir seit einigen Jahren mit der pädiatrischen Weiter- und Fortbildung der Kollegenschaft einen Schwerpunkt: Bei „großen“ Themen wie Adipositas, Obstipation, Allergien, aber auch bei seltenen Stoffwechselerkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen usw.
 
2014 wird es erstmals eine Zertifikatsausbildung für pädiatrische Diätetik im Ausmaß von 10 ECTS in Österreich geben. Neben den klinischen Themen wird auf Pädagogik, Kommunikation und Entwicklungspsychologie fokussiert. Das Angebot richtet sich an jene pädiatrischen KollegInnen, welche diese Spezialausbildung in Deutschland noch nicht absolviert haben, besonders aber an jene, die im extramuralen Bereich, aber auch in Gesundheitsförderungsprojekten tätig sind.
 
Als ein Beispiel, stellvertretend für viele, möchten wir eine Kollegin aus der Steiermark vorstellen, die ein niedergelassener Kinderarzt für einen halben Tag in der Woche angestellt hat. An diesem halben Tag kann Frau S. „Drehtürdiaetologie“ anbieten: Für die kleinen und großen Ernährungsprobleme ihrer PatientInnen hat sie aufgrund der großen Nachfrage maximal 10 Minuten Zeit. Allen, die eine eingehendere Beratung und Therapie benötigen, kann Frau S. diese zum privaten Stundensatz anbieten. Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wer sich das leisten kann und wer nicht. Dabei ist der betreffende Kinderarzt aber ein Vorreiter und Idealist. Uns sind nicht viele Kinderärzte in Österreich bekannt, die trotz der gebetsmühlenartigen Betonung der Wichtigkeit einer bedarfsgerechten Kinderernährung eine Diaetologin auf eigene Kosten anstellen. Die Krux ist: die Diaetologie ist in Österreich trotz jahrzehntelanger Bemühungen nicht im ASVG vertreten und wir können nicht mit den Krankenkassen abrechnen. Was für Erwachsene, die schon Tausende Euros für Schlankheitsmittel ausgegeben haben, vielleicht noch als leistbarer Luxus erscheint, ist für Familien mit Kindern meist schlicht und ergreifend nicht leistbar.
 
Diaetologen stehen mit einem Fuß in der Beratung, mit dem anderen in der ernährungsmedizinischen Therapie. Gesundheit entsteht in Beziehungen, heißt es und wenn ein Klient das zweite Mal kommt, ist es eine therapeutische Beziehung. Vielen von uns bleibt in der intramuralen Tätigkeit nicht die Zeit, über die Informationsvermittlung hinaus mit den PatientInnen in eine vertiefte Beziehung zu treten. In vielen Fällen ist das auch gar nicht notwendig, zum Beispiel wenn es um die Ernährung einige Tage nach einem kleineren chirurgischen Eingriff geht. Aber überall, wo die längerfristige Gestaltung von Ernährung und Diätetik gefordert ist, sind die KollegInnen – ohne Supervision – gefordert, Patientenbeziehungen aufrecht zu erhalten. Ein Kind mit Cystischer Fibrose wird oft von ein und derselben Kollegin vom Kleinkind- bis ins Erwachsenenalter betreut. Das Ziel ist das Erreichen und Halten der 50. Gewichtsperzentile bei Kindern mit dieser schweren Gedeihstörung.
 
Viele pädiatrische KollegInnen engagieren sich ehrenamtlich, z.B. für Selbsthilfegruppen, sind in Arbeitsgruppen außerhalb der bezahlten Dienstzeit organisiert. Auch sie benötigen das Martin Buber’sche „Du“, das spiegelnde und anerkennende Gegenüber, das ihnen im Arbeitsalltag nicht immer gegeben ist.
 
Als Berufsverband wünschen wir uns ein reges in Beziehung treten mit anderen Organisationen und beteiligen uns gerne an einer großen Health Literacy Offensive in Sachen gutes, ausgewogenes Essen und Trinken überall da, wo wir eingeladen werden.
 
 
Infos unter: www.diaetologen.at