facebook/kinderliga

Organisation

Partner

Mitglieder

Liga Hintergrund

Spielwarenhandel zweckentfremdet internationalen Kindertag für eigene kommerzielle Interessen

Eltern spielen mit ihrem Kind

Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit fordert den Spielwarenhandel auf, den internationalen Kindertag nicht für kommerzielle Zwecke zu entfremden.

Wien, 29.5.2013 - Anlässlich des Aufrufs des Österreichischen Spielwaren-Fachhandels auch in Österreich den „1. Internationalen Kindertag zu feiern“ , sieht sich die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit gezwungen, zu den irreführenden Behauptungen des Fachhandels wie folgt Stellung zu nehmen:


Die Forderung des Vorsitzenden des Fachausschusses Spielwarenhandel, Johannes Schüssler  "So wie es einen Muttertag und Vatertag gibt, soll künftig auch der Kindertag etwas Selbstverständliches sein" ist in zwei wesentlichen Punkten irreführend. Diese Aussage sowie der gesamte Inhalt der OTS Aussendung des Bundesgremiums des Papier- und Schreibwarenhandels vom 28.5.2013 lassen den Eindruck entstehen,

  1. dass es bis dato weder nationale noch internationale Tage des Kindes gäbe, die in Österreich begangen werden.
  2. dass dem Bundesgremium für Papier- und Spielwarenhandel  das Kindeswohl das primäre Anliegen wäre.

Ad 1. In Österreich werden schon bisher folgende zwei bedeutende Weltkindertage begangen:
20. September: UNICEF „Weltkindertag“ oder „Internationaler Kindertag“, der in Österreich seit 1953 begangen wird.
20. November:  Internationaler Tag der Kinderrechte. Anlass dafür war die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention durch die Vereinten Nationen im Jahr 1989.


Ad 2. Die Ausrichtung des vom Bundesgremium des Papier- und Spielwarenhandel ausgerufenen internationalen Kindertags ist primär eine kommerzielle und hat wenig mit dem von der UNICEF formulierten Zweck eines internationalen Kindertages zu tun, nämlich „Anlass für Informationen, Diskussionen und Gedanken über die Situation aller Kinder dieser Welt“ zu sein.


Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, deren Hauptanliegen es ist, Kinder und Jugendlichen eine Stimme zu geben, wenn es um deren körperliche, psychische und geistige Gesundheit geht, fordert den Spielwarenhandel daher auf, seine Position zu diesem Kindertag zu überdenken und internationale Kindertage nicht für kommerzielle Zwecke und zum Eigennutz zu „entfremden“.  In Österreich liegt vieles noch im Argen, wenn es um Kinder- und Jugendgesundheit und auch um  Kinderrechte geht. Der internationale Kindertag sollte einmal mehr Anlass sein, darauf aufmerksam zu machen und sich für die Anliegen der Kinder einzusetzen. Dass das Spielen eine ganz besonders wichtige Bedeutung für die Entwicklung von Kindern hat, steht dabei für Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, außer Frage. Es sollen dabei aber nicht Gameboy und Co im Vordergrund stehen, sondern vor allem das gemeinsame Spielen in den Familien. “ Das Wertvollste, was eine Gesellschaft ihren Kindern geben kann, ist Zuwendung und Zeit ihrer Eltern auch zum Spielen, Basteln, gemeinsame Unternehmungen uvm. Es braucht Bedingungen, wo nicht sozialer Druck oder Armut ein Ungleichgewicht an Fördermöglichkeiten schafft“, fordert Vavrik. „Die Einladung, Spielzeug in den Fachgeschäften auszuprobieren, um damit den Umsatz anzukurbeln, hat mit dem positiven Aspekt des gemeinsamen Spielens  wenig zu tun und sehen wir als „Missbrauch“ dieses Anlasses“, so Vavrik.


Auch die Tatsache, dass der Spielzeughandel Kinder an diesem Tag mit Süßigkeiten und dem Angebot an Computerspielen in die Geschäfte lockt, zeigt von einer unreflektierten Haltung dem Kindeswohl und der Kindergesundheit gegenüber. Einmal mehr zeigt sich, dass „Kinderschutz“, das Jahresthema der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, aktueller denn je ist: Wir müssen Kinder auch davor schützen, als Zielgruppe von kommerziellen Interessen missbraucht zu werden!
Informationen zur Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit: www.kinderjugendgesundheit.at


Rückfragehinweis:
Verena Bittner-Czettl
Tel. 0650/7101373
presse@kinderjugendgesundheit.at

 

Foto: © detailblick - Fotolia.com