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Neue Daten der letzten HBSC-Studie 2010

Gesundheitsminister Alois Stöger und Dr. Wolfgang Dür vom Ludwig-Boltzmann-Institut Gesundheitsförderungsforschung präsentierten am 22.2. 2012 die aktuellen Daten der HBSC-Studie zur Gesundheit und Risikoverhalten österreichischer SchülerInnen (Health-Behaviour in School-aged Children,Download).

 

Die Ergebnisse unterscheiden sich nicht substantiell von jenen, welche 2009 international veröffentlicht und in unserem „Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich 2010“ bekannt gemacht wurden.

 

Erstmals wurde die Befragung zusätzlich zu den 11, 13 und 15-jährigen auch auf SchülerInnen mit 17 Jahren ausgeweitet. In dieser Altersabstufung zeigt sich zunehmend deutlich, dass das gesundheitsförderliche Verhalten mit dem Alter abnimmt, das gesundheitsgefährdende (Rauchen, Alkohol, Süßwarenkonsum, etc.) zu.

 

Spannend ist zu bemerken, dass die psychosoziale Familiensituation als soziale Determinante den stärksten Zusammenhang mit der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zeigt.

„Eine positive Familiensituation (hohe Zuwendung von und offenes Gesprächsklima mit den Eltern) ist assoziiert mit einer besseren Bewertung des Gesundheitszustands, einer geringeren Beschwerdelast und einer höheren Lebenszufriedenheit. Ähnliche Auswirkungen zeigen sich in Bezug auf gesunde Ernährung und Suchtmittelabstinenz.“


Die Lebenszufriedenheit und der Gesundheitsstatus werden auch stark von schulischen Faktoren
(Schulzufriedenheit, Beziehung zwischen den Schülerinnen und Schülern, Schulbelastung, Schulleistung) beeinflusst. „Der sozioökonomische Status hingegen weist von den untersuchten Determinanten den schwächsten, wenngleich immer noch relevanten Effekt auf die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler auf. Das Gesundheits- und Risikoverhalten wird nur teilweise und geringfügig vom sozioökonomischen Status beeinflusst.“


Schade ist, dass derzeit noch kein internationaler Vergleich z.B. der OECD-Staaten vorliegt.


In einer Pressereaktion haben wir seitens der Liga betont, dass es einerseits zwar einiges an Verbesserung und ein ernsthaftes politisches Bemühen einiger wesentlicher Stellen im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit gibt, andrerseits aber vieles noch ungelöst ist und getan werden muss.


Noch immer gibt es für Kinder und Jugendliche in Österreich:

 

  • keine ausreichende Datenlage
  • zu wenig Gesundheitsförderung und Prävention
  • kein ausreichendes Angebot an kostenfreien Therapien und keine flächendeckende diagnostisch-therapeutische Versorgung mit wesentlichen Therapieformen
  • zu wenig interdisziplinäre Vernetzung
  • fehlende Qualitätssicherung und mangelnde Elternmiteinbeziehung
  • zu wenig ressort- und länderübergreifende Koordination
  • zu wenig spezifische Rehabilitationsangebote für Kinder und Jugendliche

 

Download

HBSC Studie 2010