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Einschätzungsverordnung für erhöhte Familienbeihilfe bezüglich Stoffwechselerkrankungen

Kinderjugendgesundheit

Mit 1. September 2010 ist zur Einschätzung des Schweregrades von Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen eine neue Einschätzungsverordnung in Kraft getreten. Im 3. und 4. Quartal des Jahres 2011 wurde nun eine interne Evaluierung dieses Instrumentariums durchgeführt. Die Auswertung zeigte, dass dieses neue Einschätzungsinstrumentarium mit Ausnahme der endokrinen Störungen, umfassend und gut praktikabel ist. Das gesamte Kapitel der endokrinen Störungen bei Kindern und Jugendlichen hingegen war, sowohl aus der Sicht der Praktikerinnen als auch Sicht der Expertinnen, nicht optimal gelöst. Es wurde daher vollkommen neu gefasst. Der vom Ministerium erarbeitet Entwurf wurde mit der Fachexpertin Frau Univ.Prof.Dr. Karall der Klinik Innsbruck abgestimmt und liegt nun in der Endfassung vor. Diese wird, neben einigen redaktionellen Korrekturen, in die Einschätzungsverordnung bzw. das Handbuch eingearbeitet. Die Novellierung unter Einbindung des Bundesbehindertenbeirates ist für Juli 2012 geplant. Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit konnte hierbei eine wertvolle Vernetzung von Behörde und ExpertInnen der Fachgesellschaft herstellen.

Ergänzend wurde von der zuständigen Fachabteilung im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz für ärztliche Sachverständige ein Handbuch mit ausführlichen Erläuterungen und medizinisch definierten Abgrenzungskriterien erstellt, um den Sachverständigen eine möglichst einheitliche Anwendung der Einschätzungsverordnung zu ermöglichen.

Bei der Ausarbeitung der neuen Einschätzungsverordnung wurde eine neue Systematik gewählt. Ausgehend vom Grundgedanken körperlicher, geistiger, psychischer oder sinnesbedingter funktioneller Einschränkungen wurden diese nach Organsystemen, angelehnt an die ICD 10 Klassifikation, in Abschnitte gegliedert. Der Prozentsatz der einzelnen Positionen definiert die Auswirkungen der jeweiligen funktionellen Einschränkung bezogen auf die allgemeinen Anforderungen am Arbeitsmarkt bzw. auf vergleichbare altersentsprechende Anforderungskriterien.

Im Handbuch wird erläutert, welche Funktionsbeeinträchtigungen in dieser Organgruppe zu erfassen sind, auf welche funktionellen Einschränkungen oder Symptome besonders zu achten ist und welchen eine besondere Bedeutung zukommt. Bei der Ausarbeitung haben wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte sowie erfahrene Sachverständige mitgewirkt; somit sind sowohl Erkenntnisse der wissenschaftlichen Lehrmeinung als auch praktische Erfahrungen der medizinischen Begutachtung in das Einschätzungsinstrumentarium eingeflossen. Diese Einschätzungsverordnung bzw. das Handbuch ist im Bereich der Kinder-und Jugendgesundheit Grundlage zur Rechtsbeurteilung zum Bezug der erhöhten Familienbeihilfe bei Kindern und Jugendlichen.

 

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