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Wien baut Versorgung für entwicklungsbeeinträchtigte Kinder aus

Wien baut Versorgung aus

Am 1.2.2012 verkündeten Stadträtin Maga. Sonja Wehsely und WGKK-Obfrau Ingrid Reischl in einer gemeinsamen Pressekonferenz den geplanten Ausbau der ambulanten Versorgung für Kinder mit körperlichen und/oder psychischen Entwicklungsstörungen und Behinderungen in Wien (siehe http://www.wien.gv.at/rk/msg/2012/02/01009.html). Damit wird nunmehr ein Problem angegangen, welches seit mehreren Jahren schwelt. Schon in einem Kontrollamtsbericht 2008 wurde deutlich gemacht (KA - K-22/06, Download) , dass betroffene Kinder und deren Familien zum Teil viele Monate Wartezeit auf Therapien in kauf nehmen müssen. Diese Situation ist von uns (Download Presseaussendung) und vielen anderen Interessensvertretungen (wie etwa der „Interessengemeinschaft für institutionelle ambulante Psychotherapie für Kinder und Jugendliche in Wien“, der „Politischen Kindermedizin“, etc.) wie auch von Selbsthilfe- und Betroffenenvertretungen (wie der „lobby4kids“) immer wieder thematisiert worden. Wir hatten Gelegenheit ein Stück Meinungsbildung im Vorstand der WGKK mitzugestalten und freuen uns über die nun gesetzten ersten Schritte einer Versorgungserweiterung.

Die jetzige Planung (soweit bekannt) sieht vor, dass einerseits schon bestehende regionale Versorgungsangebote gesichert bzw. erweitert (z.B. die Ambulanz im SOS- Familienrathaus, die Boje, die Ambulatorien der VKKJ, ZEF, u.ä.) und andrerseits neue Standorte im Vollausbau von Sonderkrankenanstalten zusätzlich errichtet werden sollen (zwei in Nachfolge der bestehenden Entwicklungsdiagnostikstellen der MA 15 und ein neuer). Die kinderpsychiatrische Versorgung soll ebenfalls über Ambulatoriumsstrukturen und über die Wiener Psychosozialen Dienste erweitert werden. Eine Datenbank soll das vorhandene Angebot und den notwendigen Bedarf überschaubar machen und bündeln. Von all diesen Maßnahmen ist hoffentlich eine erhebliche Verbesserung für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und deren Familien in ihrer oft enormen Not zu erhoffen!

Es gibt unter Fachleuten aber auch strittige Punkte. So wird bekrittelt, dass der niedergelassene Bereich (die Primärversorgung) ebenso dringlich einen Ausbau benötigen würde, dass dort vor allem die Großteils notwendigen und vielfach erheblichen Voraus- und Zuzahlungen zu einer Zwei-Klassen-Medizin führen, dass die geplante 10-Jahre-Altersgrenze in den neuen Ambulatorien einen logischen Versorgungsmangel bei jugendlichen Patienten nach sich ziehen werde, dass die Qualitätssicherung (etwa in einer neuen Einrichtung für Psychotherapie) nicht ausreichend beachtet wurde, dass es vor allem auch eine Stärkung der Angebote für die psychosoziale Gesundheit und der Jugendwohlfahrt bräuchte, u.a.m.

Die Wiener Gebietskrankenkasse (Fr. Dr. Fleischmann) hat am 16.3.2012 alle an der im Jahr 2011 durchgeführten Wartelistenanalyse beteiligten Institutionen zu einer Diskussion über das weitere Vorgehen eingeladen. Es wurde eine begleitende Arbeitsgruppe eingerichtet