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6 Fragen an die SpitzenkandidatInnen zur EU-Wahl 2014

Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit lud die EU-SpitzenkandidatInnen aller Parteien ein, über konkrete politische Zielsetzungen und Maßnahmen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf europäischer Ebene nachzudenken und formulierte sechs konkrete Fragen:

 

  1. Kennen Sie die UN-Kinderrechtskonvention (vom 20. November 1989)? Werden Sie sich in Ihrem politischen Einflussbereich für die vollständige und rechtswirksame Umsetzung in allen europäischen Nationalstaaten, sowie in der Europäischen Verfassung einsetzen?

    Welche Maßnahmen würden Sie setzten, um Kinderrechte in Europa zu stärken?

    Adnex: Österreich hat die KRK 1992 ratifiziert, damals aber nur mit äußerst schwachem rechtlichen Status ausgestattet (kein Verfassungsrang sowie mit „Erfüllungsvorbehalt“). 2011 wurde im „Bundesverfassungsgesetz zum Schutz der Kinderrechte“ leider eine nur geringe Auswahl von Kinderrechten selektiv in Verfassungsrang erhoben.
     
  2. Im Jahr 2011 waren 24% der EU-Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht (Angabe Caritas Europa). Familien mit Kindern sind von Armut deutlich stärker betroffen, als kinderlose Erwachsene. Armut nimmt Kindern aber häufig ihre Chance auf Entfaltung ihrer möglichen Potentiale. Sie ist der Boden für einen schlechteren Gesundheitsstatus, niedrigerem Bildungsstand und reduzierten Lebenschancen.

    Was wären Ihr politischer Ansatz und Konzept um Kinderarmut in Europa einzudämmen?
     
  3. Ein Kind braucht nichts so dringend, wie eine fürsorgende und liebende Umwelt. Durch Flucht, Vertreibung und andere Gründe werden Familien oft unfreiwillig getrennt.

    Was können Sie auf europäischer Ebene unternehmen, damit die Zusammengehörigkeit von Familien oberste politische Priorität erhält?
     
  4. Viele Kinder und Jugendliche wachsen auch in Europa noch unter erheblicher alltäglicher Gewalterfahrung auf. So bekennen sich etwa 55% der Eltern in Österreich dazu, dass sie ihre Kinder (trotz Gewaltverbotsgesetz von 1989) mit Gewaltmaßnahmen erziehen (Gewaltprävalenzstudie 2011). Auch aus dem Bildungswesen werden nicht unbeträchtliche Erfahrungen von körperlicher oder psychischer Gewalt berichtet. Darüber hinaus gibt es neben diesen Formen direkter Gewaltanwendung in vielen gesellschaftlichen Bezügen auch eine erhebliche Problematik von systematischer Benachteiligung von Bedürfnissen und Anliegen von Kindern und Jugendlichen, s.g. indirekte Gewalt.

    Gibt es Ihrerseits Absichten oder Vorhaben, um die Chance  von Kindern und Jugendlichen auf ein Aufwachsen ohne Gewalt oder Benachteiligung zu erhöhen?
     
  5. Kennen Sie die „Politische Deklaration zur Kinder und Jugendgesundheit in Österreich“?
    http://kinderjugendgesundheit.at/uploads/Politische_Deklaration.pdf

    Würden Sie unserem Ersuchen folgen und diese (unter textlichem Ersetzen von „Österreich“ durch „Europa“) mitunterzeichnen?
     
  6. Welche Maßnahmen würden Sie allgemein setzen bzw. in Ihrem politischen Einflussbereich vertreten, um Europa zu einem Lebensraum zu machen, in dem die Entwicklung und Entfaltung von Kindern und Jugendlichen sowie eine familienfreundliche Politik höchste Priorität genießen?
     
Wir freuen uns über die Resonanz und die zum Teil sehr ausführlichen Antworten der SpitzenkandidatInnen. Diese finden Sie tieferstehend zum Download.

Von  EUSTOP ist bisher keine Rückmeldung bei uns eingegangen.
24.5.2014