03.09.2020

Kinderliga schließt sich dem Appell der UNICEF zu Maßnahmen für Kindeswohl in Österreich an

Wien, 03.09.2020. In dem von der UNICEF aktuell veröffentlichten Report zum Kindeswohl in reichen Ländern sieht sich die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) in ihren bereits im Juni 2020 in einem Positionspapier veröffentlichten Forderungen im Zusammenhang mit dem Einfluss der COVID19 Pandemie auf die Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf Gesundheit, Bildungschancen und Kinderarmut bestätigt.

„In der aktuellen Krise im Zuge der Covid-19 Pandemie erleben wir, wie schnell alles sehr anders sein kann. Gerade Kinder und Jugendliche haben mit ihren Familien in den Wochen des Lockdowns, aber auch danach ihre enorme Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Jetzt dürfen diejenigen unter ihnen nicht vergessen und zurückgelassen werden, die belastet oder benachteiligt sind, die Gewalt und Missbrauch erfahren, die emotional und körperlich vernachlässigt werden, die sozial isoliert sind, und all jene, die von Krankheit oder Behinderung betroffen sind. Sie alle brauchen Unterstützung und Teilhabechancen, in und außerhalb von Krisenzeiten“, betont Dr. Christoph Hackspiel, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit. Die Kinderliga schließt sich daher dem Appell der UNICEF an, seitens der Regierung entsprechende Maßnahmen zu treffen, um das Kindeswohl auch in Österreich zu sichern. Österreich belegt im aktuellen Kindeswohl Ranking der UNICEF, das 41 Länder umfasst, nur Platz 16.

Keine Krise darf die in den Gesundheitszielen Österreich verankerten grundsätzlichen Rechte und Chancen von Kindern und Jugendlichen gefährden oder außer Kraft setzen“, sagt Dr.in Caroline Culen, Geschäftsführerin der Kinderliga. Wichtige Rahmenbedingungen für diese Zielsetzung, die die Kinderliga in ihrem Positionspapier präsentierte, sind:

  • Prävention und Versorgung im Gesundheitsbereich sichern
  • Familien und soziale Netzwerke stärken
  • Kinderarmut verhindern
  • Bildungseinrichtungen stützen
  • Berufsgruppen im Kinder- und Jugendgesundheitsbereich aufwerten
  • Partizipation für Kinder und Jugendliche gewährleisten

Wir brauchen jetzt mehr denn je ein klares gesellschaftspolitisches Bekenntnis und entsprechende Handlungsstrategien, um die wichtigste Zukunftsinvestition - nämlich jene in die körperliche, psychische, seelische und soziale Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen - ins Zentrum aller Bemühungen zu stellen“, so Hackspiel. Das äußere Zeichen dafür sollte laut Kinderliga ein eigenes Kinderministerium sein. Ein erster Schritt in diese Richtung könnte ein gesetzlich verankertes Gremium von Kindheitsexpert*innen sein, das gesellschaftliche Entwicklungen, politische Entscheidungen und/oder Gesetzesänderungen in Bezug auf deren Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche überprüft und dessen Expertise bei politischen Entscheidungen selbstverständlich miteinbezogen wird

DOWNLOADS:

UNICEF Innocenti Report „Worlds of Influence: Understanding What Shapes Child Well-being in Rich Countries“

Positionspapier der Kinderliga "Alle Kinder mitnehmen" zur COVID-19 Pandemie und Folgen für Kinder und Jugendliche in Österreich

Presseinformation "Kinderliga schließt sich dem Appell der UNICEF zu Maßnahmen für Kindeswohl in Österreich an", 03.09.2020