Appell der Kinderliga: Nichtraucherschutz ist auch Kinderschutz!

Appell der Kinderliga: Nichtraucherschutz ist auch Kinderschutz!

Appell der Kinderliga: Nichtraucherschutz ist auch Kinderschutz!

Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit fordert die ÖVP auf, der Rücknahme der Aushebelung des Rauchverbots in der Gastronomie zum Schutze der Kinder zuzustimmen.

 Wien, 29.5.2019 – Mit dem Appell an die ÖVP, der Rücknahme der Aushebelung des Rauchverbots in der Gastronomie zuzustimmen, schließt sich die Kinderliga den Aufrufen anderer Initiativen und Experten im Nichtraucherschutz an. Die Kinderliga unterstreicht dabei insbesondere die Bedeutung des generellen Rauchverbotes aus Sicht der Kinder und Jugendlichen.

Rauchfreie Umgebung in geschlossenen Räumen als Kinderrecht gewährleisten

Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ist für uns daher auch eine Frage des Kinderschutzes. Kinder brauchen eine Vertretung und eine Stimme, wenn es um ihre Gesundheit und ihre Interessen geht. Ihr Wohl muss ein vorrangiges politisches Anliegen sein, das wir in der Regierung Kurz leider großteils vermissen mussten. Eine rauchfreie Umgebung zumindest in geschlossenen Räumen sollte für ein gesundes Aufwachsen daher als Kinderrecht jedenfalls gewährleistet sein.“ appelliert Dr. Christoph Hackspiel, Präsident der Österreichischen Kinderliga. Während Erwachsene die Wahl haben, ob sie in der Raucher- oder Nichtraucherzone eines Lokals Platz nehmen, haben Kinder diese Wahl nicht. Sie müssen mit ihren rauchenden Bezugspersonen mit und sind dem Tabakrauch schutzlos ausgesetzt, nicht nur in Lokalen, sondern auch im Auto oder im Wohnzimmer.

Es ist erwiesen, dass

  • Säuglinge, Kleinkinder und Kinder beim Passivrauchen in geschlossen Räumen besonders gefährdet sind, weil sie mit jedem Atemzug relativ mehr Atemluft aufnehmen als Erwachsene – und damit mehr Giftstoffe.
  • sie empfindlicher auf die Belastungen durch den Tabakrauch reagieren, weil sich ihr Körper noch in Entwicklung befindet und er die eingeatmeten Stoffe schlechter abbauen kann.
  • sie häufiger an schweren Krankheiten wie Asthma, Atemwegerkrankungen, Lungenentzündung, Bronchitis oder anderen erkranken.
  • etwa 20% des plötzlichen Kindstodes durch Passivrauchen erklärbar und andere chronische Erkrankungen wie Diabetes, erhöhter Blutdruck, Krebserkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten, etc. als Spätfolgen darauf zurückzuführen sind.
  • Kinder, wenn sie in verrauchten Innenräumen sein müssen, häufig über Kopfschmerzen, Übelkeit, Husten klagen.
  • Kinder beim Passivrauchen zweimal höhere Werte an Cotinin (ein Abbauprodukt von Nikotin neben 4.800 andere Chemikalien) im Körper aufnehmen, als rauchende Erwachsene.[1]

 

Schon in der Schwangerschaft ist die indirekte Rauchbelastung ein erhebliches Gesundheitsrisiko für das Kind, da es zu deutlich erhöhten Zahlen an Tod- oder Frühgeburten, Placenta-Störungen sowie vermehrten Fehlbildungen kommt. Umfassende Rauchverbote in anderen Ländern konnten diese Raten signifikant senken.

Appell an künftige Regierung: Präventive Aktivitäten und Bewusstseinsbildung notwendig

Bei der Zahl an 15-jährigen Raucherinnen und Rauchern liegt Österreich im Europa weiten Vergleich im hinteren Mittelfeld. [2] „Im Rauchverhalten der Jugendlichen braucht es noch einiges an Bewusstseinsbildung und konkreter Maßnahmen, um eine substantielle Veränderung zu bewirken. Wir wünschen uns, dass dies in den Köpfen der zuständigen Verantwortlichen der neuen Regierung ankommt“, sagt Mag.a Caroline Culen, Geschäftsführerin der Kinderliga. Präventive Aktivitäten sollen sowohl die konkrete Zielgruppe – also die jungen Menschen selbst – aber auch deren Umwelt erreichen. Es ist bekannt, dass – neben dem Preis und der Verfügbarkeit - sowohl die soziale häusliche Situation, das Vorbildverhalten der Bezugspersonen als auch etwa die Schulzufriedenheit großen Einfluss auf die späteren Raucherraten und Suchtentwicklung haben.[3] „Insofern ist es eine Verantwortung der Erwachsenenwelt, sich um gute Bedingungen für das Aufwachsen ihrer Kinder zu sorgen und das selbst vorzuleben, was man von der nächsten Generation zukünftig erwartet“, macht Culen bewusst.

 

[1] Quelle: VIVID – Fachstelle für Suchtprävention, http://www.vivid.at/wissen/tabak

[2] Vgl. “OECD Health at a Glance 2017“”

[3] Vgl. „HBSC Studie 2014“

 

www.kinderjugendgesundheit.at

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