Kinderliga: Armut macht Kinder krank

Kinderliga: Armut macht Kinder krank

Kinderliga: Armut macht Kinder krank

Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit verweist auf gravierende gesundheitliche Folgen von Armut

Wien (OTS) - Bereits im Frühjahr 2015 hat die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) auf die hohe Zahl in Armut lebender oder armutsgefährdeter Kinder in Österreich hingewiesen. Dass der aktuell von der Statistik Austria veröffentlichte Armutsmonitor einen Anstieg dieser Zahlen zeigt, ist für die Kinderliga einmal mehr Anlass, für gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche zu appellieren. Internationale Forschungsergebnisse zeigen, dass mit sinkendem sozialem Status die Krankheitslast deutlich ansteigt. Die untersten sozialen Schichten weisen die schwersten Krankheiten auf und sind gleichzeitig mit der geringsten Lebenserwartung ausgestattet.

"Niedriges Einkommen erschwert nicht nur das Überwinden sozialökonomischer Nachteile sondern bedeutet auch ganz konkret eine nachhaltige Gefährdung der Gesundheit. So weist die Bevölkerung unter der Armutsgrenze einen dreimal schlechteren Gesundheitszustand auf als jene mit einem hohen Einkommen und ist doppelt so oft krank wie jene mit mittlerem Einkommen", macht Prim. Dr. Klaus Vavrik, Präsident der Kinderliga, deutlich.

Bei Kindern, die in Armutsverhältnissen leben, treten überproportional häufig asthmatische Erscheinungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen und Einsamkeit auf. Wo Sicherheit fehlt, wird die kritische Phase des Einschlafens doppelt schwierig. Und der stressige Alltag unter finanziellem Dauerdruck erreicht auch die Kinder und zwingt sie, sich den Kopf zu »zerbrechen«.

Der Gesundheitsstatus von Kindern aus einkommensarmen Familien ist gekennzeichnet durch eine deutlich erhöhte Unfallgefahr. Kinder aus einem sozial benachteiligten Elternhaus verunfallen bis zu 70% häufiger. Außerdem häufen sich Komplikationen und die Krankheitsdauer bei akuten und chronischen Erkrankungen. Auch gibt es einen starken Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand und dem Auftreten chronischer Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Arthrosen und Rheuma bzw. von akuten Ereignissen wie Herzinfarkt.

Die Gründe für das hohe Erkrankungsrisiko ärmerer Menschen sind vielschichtig. "Leben am Limit macht Stress. Leben am Limit schwächt die Abwehrkräfte und das Immunsystem. Leben am Limit macht verletzlich. Finanzielle Not, Arbeitslosigkeit oder schlechte Wohnverhältnisse machen krank", so Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Kinderliga. Selbst wenn Kinder in Armutsverhältnissen sozialversichert sind, können sich Familien, die unter der Armutsgrenze leben, die Selbstbehalte bei Heilbehelfen oder Therapien meist nicht leisten und ihren Kindern oftmals dringend notwendige Rehabilitations-Maßnahmen nicht ermöglichen. "Gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche darf nicht nur ein Schlagwort bleiben!" lautet Vavriks Appell.

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