Kinderliga mahnt kindgerechte Versorgung von minderjährigen Flüchtlingen ein

Kinderliga mahnt kindgerechte Versorgung von minderjährigen Flüchtlingen ein

Kinderliga mahnt kindgerechte Versorgung von minderjährigen Flüchtlingen ein

Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit mahnt die kindgerechte Versorgung von minderjährigen Flüchtlingen und von Familien mit Kindern ein.

Wien (OTS) - Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) zeigt sich tief betroffen über die Beobachtungen, die Amnesty International in ihrem aktuellen Bericht zur Lage in der Bundesbetreuungsstelle Ost-Traiskirchen veröffentlichte. Ebenso schließt sich die Kinderliga den aktuellen Forderungen einer ihrer Mitgliederorganisationen, der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (ÖGKJP), an.

Speziell die Situation der (unbegleiteten) minderjährigen Flüchtlinge sowie jene von Familien mit Kindern ist alarmierend. Mehr als die Hälfte der in Traiskirchen untergebrachten AsylwerberInnen sind unter 18 Jahre alt! Laut dem Bericht gibt es für sie keine spezifischen Schutzbereiche, viele von ihnen schlafen im Freien. Sie sind zum Großteil sich selbst überlassen, erhalten keine oder unzureichende Hilfe und Versorgung ihrer Grundbedürfnisse, geschweige denn Betreuung.

"Besonders für Kinder und Jugendliche bedeutet die Flucht aus ihrer Heimat eine große psychische und physische Belastung. Sie haben unsagbare Angst und Schrecken erlebt, ihre Familien oder Freunde verloren und aktuell keinerlei Vorstellung, wie ihr Leben weitergehen kann. Sie brauchen dringend das Gefühl und die Gewissheit von glaubhaftem Schutz und menschlicher Nähe, um wieder persönlichen Halt und innere Sicherheit zu gewinnen. Umso dramatischer ist es, wenn sie im Auffanglager keine entsprechende Betreuung und kinder- und jugendgerechte Versorgung erhalten", betont Prim. Dr. Klaus Vavrik, Kinderarzt und Kinderpsychiater und Präsident der Kinderliga. Art. 22 der UN-Kinderrechtskonvention sieht ausdrücklich vor, dass insbesondere einem Flüchtlingskind angemessener Schutz und humanitäre Hilfe bei der Wahrnehmung seiner Rechte gesichert sein muss.

Eigene Unterkünfte für Familien und minderjährige Flüchtlinge müssten Voraussetzung sein. Familien dürften in keinem Fall getrennt werden. "Gerade in einer Lebenssituation, wo die Familie alles verloren hat, ist es für Kinder besonders wichtig, zumindest die vertrauten Menschen um sich zu haben", so Vavrik. Da viele der Kinder und Jugendlichen aufgrund der Erlebnisse in ihrer Heimat und auf der Flucht traumatisiert sind, wünscht sich Vavrik eine angemessene psychologische bzw. psychotherapeutische Begleitung der Betroffenen durch fachlich qualifiziertes Personal, denen ein Dolmetscher zur Seite gestellt wird." Mit dem Einsatz von Ärzte ohne Grenzen hoffen wir auf eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung und dass weiterem Fachpersonal die Pforten geöffnet werden", so Vavrik. Die Kinderliga wird ihre Mitglieder aus vielen medizinisch-therapeutischen Professionen aufrufen, soweit es ihnen möglich ist, kostenlos ihre Expertise und praktischen Einsatz zur Verfügung zu stellen.

Die Kinderliga unterstützt die Forderungen von Amnesty International und ÖGKJP, im Besonderen jenen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für (unbegleitete) minderjährige Flüchtlinge, Jugendliche und Familien:

  • Therapeutische Akutversorgung für Kinder und Jugendliche, die in Österreich als Flüchtlinge ankommen
  • Einsetzen eines gesetzlichen Vormunds für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, der ihre Interessen vertritt
  • Gewährleistung der notwendigen Unterstützung und Hilfe im Sinne des Kindeswohls
  • Unterbringung in adäquaten Unterkünften mit kindgerechten Betreuungsstrukturen
  • Raschest mögliche Überstellung in geschützte, familienähnliche Strukturen

Über die intensive mediale Berichterstattung über das Aufnahmezentrum Traiskirchen darf nicht auf die Tausenden anderswo untergebrachten minderjährigen Flüchtlinge vergessen werden. Es gilt sicher zu stellen, dass deren Betreuung österreichweit menschenrechtlichen Standards und den Grundsätzen des Kinderwohls entspricht! Die Standards der internationalen Kinderrechtskonvention für minderjährige Flüchtlinge und unbegleitete Flüchtlinge müssen eingehalten werden!

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