Themenwerkstatt Gesundheit und Selbstbestimmung
Mit einer von acht Themenwerkstätten war auch die Kinderliga bei der 2. Österreichischen Kinderrechte-Konferenz des Netzwerk Kinderrechte Österreich mit dabei: Gesundheit und Selbstbestimmung - Im Mittelpunkt der Werkstatt standen die Kinderrechte auf ein gesundes Aufwachsen sowie auf Mitbestimmung und Teilhabe - online wie offline.
Bei der 2. Österreichischen Kinderrechte-Konferenz mit dem Schwerpunkt Kinderrechte im digitalen Raum brachten es die teilnehmenden Jugendlichen auf den Punkt:
„Wir sind die digitale Generation – deshalb müssen wir mitreden können.“
Mit dieser Botschaft richteten sich Jugendliche aus mehreren Bundesländern an über 100 Fachpersonen aus Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Das Kinderrecht auf ein gesundes Aufwachsen wirkt in allen Lebensbereichen. Es betrifft das Kernrecht auf medizinische Versorgung, das gesamte Gesundheitssystem, den Freizeit- und Bildungsbereich, die Gestaltung der Umwelt oder gesundheitsförderlicher Räume, ebenso wie Schutzrechte vor Gewalt sowie Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.
Dennoch werden gerade die gesundheitlichen Versorgungslücken größer, Wartezeiten für erforderliche Behandlungen und Therapien länger und die Finanzierung weniger. Zugleich prägen digitale Räume die Entwicklung, Gesundheit und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen in zunehmendem Maße. Fragen der Beteiligung und des Schutzes stellen sich daher heute immer auch im digitalen Kontext.
Als inhaltlichen Impuls haben wir in der Themenwerkstatt einen Schwerpunkt auf Kinderrechte in der Medizin gesetzt: Damit Kinderrechte in der Behandlung umgesetzt werden können, müssen nachhaltige gesundheitspolitische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Leitlinien zum Wohl und zum Schutz der Rechte kranker Kinder – wie die EACH-Charta oder Europarat 2011 und 2024 – müssen in der Gesundheitsversorgung realisiert werden.
In der Praxis zeigt sich aber: Zeitdruck, Personalmangel, Sprachbarrieren, die Beachtung der Komplexität der Behandlung der jungen Patient*innen oder die Frage, wie Kinder je nach Entwicklungsstand sinnvoll beteiligt werden können, erschweren die Umsetzung.
Gleichzeitig entstehen zunehmend neue Unterstützungsangebote. So sind zum Beispiel Kinderschutzgruppen in Krankenhäusern in Österreich seit 2004 gesetzlich verpflichtend und als interdisziplinäre Teams tätig. Kinderschutzkonzepte in Institutionen, mit denen sich eine Organisation klar gegen jede Form von Grenzüberschreitungen und Gewalt positioniert und damit Kinder in der Organisation, ebenso wie Mitarbeitende schützt, werden mehr und mehr implementiert und gelten als Qualitätsstandard. Aber auch Mitmachbücher, Gesprächstafeln oder spezialisierte Einrichtungen wie das Transitionszentrum am AKH Wien fördern die Realisierung der KRK und oben genannter Leitlinien.
Daher möchten wir an dieser Stelle betonen: Die Praxis, Kinder in behandlungstechnische Entscheidungen nicht einzubeziehen, steht im Gegensatz zu den Grundrechten von Kindern und Jugendlichen
Und im Sinne des Schwerpunkts der diesjährigen Österreichischen Kinderechte-Konferenz stellen wir die Frage: Wie schafft man im oder mit dem digitalen Raum ein gesundes Umfeld oder ein gesundheitsförderndes Mitmachen? Was meint ihr?
Schickt gerne eure Gedanken an office@kinderjugendgesundheit.at