Gesundes Aufwachsen für alle Kinder

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Kinderliga-Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick der Kinderliga

Liebe Leser:innen!

wir hoffen, ihr seid gut im neuen Jahr angekommen! Bevor wir richtig ins Jahr 2026 starten, möchten wir mit euch noch einmal zurückblicken…

Jene, die uns schon länger begleiten, werden Ende des vergangenen Jahres die Präsentation unseres „Lageberichts zur Kinder- und Jugendgesundheit“ mit dem darin enthaltenen Jahresrückblick vermisst haben. Da auch wir – wie so viele andere Organisationen im Netzwerk  – stark von budgetären Kürzungen betroffen sind, können wir den Bericht bis auf weiteres nicht in seiner üblichen Form produzieren.

Da es uns aber ein großes Anliegen ist, euch nichtsdestotrotz an unsere internen Veränderungen, Kinderliga-Aktivitäten und gemeinsamen Erfolge im vergangenen Jahr teilhaben zu lassen, freuen wir uns, euch die Inhalte in unserem Newsletter zu übermitteln.

In diesem Sinn: Viel Spaß beim Lesen von unserem Jahresrückblick 2025!

Auf bald,
euer Kinderligateam!

 
Veränderungen im Kinderligateam

Organisationsintern war 2025 für die Kinderliga ein Jahr der Veränderungen. Veränderungen, die wohl am besten mit dem Ausdruck „ein lachendes und ein weinendes Auge“ zu beschreiben sind.

Seit Jänner verstärkt Lina Kröncke das Team der Kinderliga im Projektmanagement.

Im Mai wurde Caroline Culen nach vielen Jahren als Geschäftsführerin verabschiedet. Im Sommer hat Angelika Heumader-Rainer ihre Nachfolge angetreten und verstärkt seitdem das Kinderliga-Team. 

Christoph Hackspiel, seit 2016 ehrenamtlicher Präsident der Kinderliga und weiterhin Mitglied des Vorstands, übergab sein Amt im September an Christoph Klein. Mit ihm hat die Kinderliga eine engagierte und fachlich versierte Persönlichkeit mit großer Einsatzbereitschaft für das Thema Kinder- und Jugendgesundheit für das Amt gewinnen können.

Beim Terrassenfest im Spätsommer bot sich für Vertreter:innen der Mitgliedsorganisationen die Gelegenheit, die neuen Gesichter kennenzulernen, sich zu verentzen und sich über aktuelle Geschehnisse auszutauschen. 

 
Mitgliedsorganisationen der Kinderliga
2025 vereinte die Kinderliga als interdisziplinäres Netzwerk 124 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Gesundheitsversorgung, Kindeswohl und sozialer Integration

Der Mehrwert liegt in der gebündelten Expertise, dem aktiven Austausch sowie in der gelebten Vernetzung und Kooperation.
  • 56 unserer aktuellen Mitglieder sind in der Versorgung tätig,
  • 25 arbeiten als Berufsverbände und Fachgesellschaften             
  • 29 sind gesundheitsfördernd und präventiv tätig und
  • 14 sind wissenschaftlich und lehrend aktiv.                                    
  • 10 unserer Mitgliedsorganisationen sind auch fördernde Mitglieder, denen
ein besonderer Dank gilt, da sie unsere unabhängige Arbeit stärken.
 
Neue Mitgliedsorganisationen 2025
Einige Organisationen begleiten die Kinderliga bereits seit ihrer Gründung, andere sind erst kürzlich Teil unseres Netzwerks geworden. Seit Anfang des Jahres dürfen wir fünf neue Mitglieder begrüßen:
  • die ARGE Patenfamilien
  • die Kinderbetreuung Vorarlberg
  • Saferinternet.at
  • den Therapiehof Regenbogental sowie
  • den Verein zur Förderung neuropädiatrischer früher Intervention in Österreich.
Die Vielfalt der Mitgliedsorganisationen macht die fachliche Breite der Kinderliga sichtbar – für ein gesundes Aufwachsen aller Kinder. Danke für eure Beiträge und Treue!
 
Themenschwerpunkt: Soziale Gerechtigkeit
Mit dem breit gefassten Thema „soziale Gerechtigkeit“ hat sich die Kinderliga 2025 für einen Schwerpunkt entschieden, der in allen Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit zu finden ist. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisation widmen wir uns mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung, mit Veranstaltungen etc. bis Ende 2026 diesem Thema.

Dementsprechend widmete sich unser Mitgliederforum am 5. Juni gleich diesem Thema. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen haben wir uns damit beschäftigt, was soziale Gerechtigkeit mit unserer Arbeit zu tun hat und wo wir sie einfordern können und müssen.

Für uns bedeutet soziale Gerechtigkeit, dass alle jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen, wirtschaftlichen oder kulturellen Herkunft gleiche Chancen auf Gesundheit und Wohlbefinden haben. Das umfasst den gerechten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Präventionsmaßnahmen und förderliche Lebensbedingungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei benachteiligten Gruppen, um gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren und jedem Kind die bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen.

Die Notwendigkeit, sich mit dem Thema Soziale Gerechtigkeit auseinanderzusetzten, wurde insbesondere nach dem Bekanntwerden der massiven Kürzungen im Sozialbereich erneut deutlich. In einer Pressekonferenz am Weltkindertag positionierte sich hier die Kinderliga klar dafür, dass Kinder nicht die Leittragenden von Einsparungen sein dürfen und fordert von der Bundesregierung verstärkte Anstrengungen für eine Umsetzung des Verfassungsrechts auf Gesundheit für alle Kinder.

 
Kinderschutz und Kinderrechte

Mit zwei vom Bundeskanzleramt geförderten Projekten lag 2025 ebenso ein Schwerpunkt auf den Themen Kinderschutz und Kinderschutzkonzepte.

Wir freuen uns, dass 2025 das Kinderschutzkonzept der Kinderliga vollständig evaluiert und überarbeitet werden konnte. Das Konzept stellt nicht nur organisationsintern ein geregeltes Vorgehen im Verdachtsfall sicher, sondern enthält auch  Empfehlungen, Vorlagen, Beispiele und Hinweise für andere interessierte Organisationen.

Als weiteres Service für unsere Mitgliedsorganisationen und Teilnehmer:innen unserer Workshops wurden sämtliche Informationsunterlagen überarbeitet und neu aufbereitet. Sie kamen erstmals im Grundlagenworkshop zur Erstellung von Kinderschutzkonzepten im Herbst zum Einsatz.

Auch der Austausch zu Kinderschutz, Kinderschutzkonzepten und Kinderrechten kam nicht zu kurz. In zwei Kinderliga-Frühstücken wurden Erfahrungen geteilt, aktuelle Entwicklungen diskutiert und der Kinderschutz im Kinder- und Jugendbereich weiter gestärkt. Im Frühjahr 2025 standen Chancen und Herausforderungen von Kinderschutzkonzepten für Dach- und Berufsverbände im Fokus, ergänzt durch Best-Practice-Beispiele des ÖBM (Österreichischer Berufsverband für Musiktherapie) sowie die Vorstellung der neuen Qualitätssicherungsstelle und des „Gütesiegels Kinderschutzkonzepte“.

Beim Herbst-Frühstück wurden Ergebnisse der Mitgliederbefragungen präsentiert: Knapp 80 % der teilnehmenden Organisationen verfügen 2025 über ein Kinderschutzkonzept, während es 2017 nur 20 % waren. 

Aus der Bedarfserhebung, den Austauschtreffen und diversen Beratungsgesprächen entstand außerdem eine Sammlung häufig gestellter Fragen (FAQs), die bei der Erstellung von Kinderschutzkonzepten unterstützt und auf unserer Website frei zugänglich ist.

Und damit ist noch nicht Schluss: Die 2025 durchgeführten Interviews zum Thema Kinderschutzkonzepte  geben Einblicke in Herausforderungen, Möglichkeiten und Wirkungen der Kinderschutzkonzepte innerhalb unserer Mitgliedsorganisationen.

Durch die Teilnahme an Treffen des Netzwerk Kinderrechte, der ersten Österreichischen Kinderrechte Konferenz, die Mitwirkung am Flagship Report von Eurochild, Vorträge zu Kinderrechten im Gesundheitswesen and der MedUni Wien sowie Hochschule Campus Wien und als Mitglied des Kinderrechte Boards kamen Vernetzung, Austausch und Wissensvermittlung zum Thema Kinderreche nicht zu kurz. 

 
Politische Arbeit: Kinder- und Jugendpolitik

Im März anerkennt die Kinderliga in einer Presseaussendung positive Impulse im neuen Regierungsprogramm in zentralen Bereichen der Kinder- und Jugendpolitik. Dennoch gibt es Kritik seitens der Expert:innen. Es fehlt dem Regierungsprogramm eine durchdachte, ressortübergreifende Strategie, die Kinder, Jugendliche und deren Zukunft konsequent ins Zentrum der politischen Entscheidungen stellt.

Gesundheit und Bildung rücken in der Politik zunehmend zusammen – eine positive Entwicklung für Kinder und Jugendliche. In Gesprächen mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr, Sozialministerin Korinna Schumann, Familienministerin Claudia Bauer (vormals Plakholm), Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie Sophia Lübke, Referentin für Familienangelegenheiten im Bundeskanzleramt, betonte die Kinderliga die Bedeutung psychischer Gesundheit, präventiver Maßnahmen sowie den Ausbau von Schulpsychologie und sozialer Arbeit in Kindergärten, Schulen und Lehrstellen.
Zentrale Themen waren zudem Kinderschutz(konzepte), Mental Health, Mediennutzung und Eltern-Empowerment.

Hier finden sich alle Presseaussendungen der Kinderliga aus dem Jahr 2025

Wir verstehen es überdies als zentralen Auftrag, die Anliegen, Erfahrungen und Positionen aus dem Netzwerk in Gremien und Arbeitsgruppen zu tragen und dort einzubringen. In diesem Sinn waren wir auch 2025 u.a. im Komitee zur Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie, in den Arbeitsgruppen zu den Rahmengesundheitszielen Österreich, im Kinderrechteboard u.v.m. präsent.

 
Psychische Gesundheit

Im ersten Halbjahr 2025 wurde das partizipative Projekt TOPSY Youth, das die Kinderliga seit 2024 gemeinsam mit der Bundesjugendvertretung umsetzt, erfolgreich abgeschlossen. In mehreren Dialogveranstaltungen erarbeiteten über 50 junge Menschen Forderungen zur psychischen Gesundheit und diskutierten diese direkt mit Entscheidungsträger:innen aus Politik, Verwaltung und Gesundheitswesen. Die Ergebnisse wurden im Bericht „Von Kopf zu Kopf“ veröffentlicht.

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Die Ergebnisse der TOPSY Youth Dialoge wurden im August im Rahmen einer Presseaussendung und Pressekonferenz präsentiert. Zentrale Forderungen der Teilnehmenden sind flächendeckende, niederschwellige Unterstützungsangebote, mehr Präventionsarbeit in Schulen und Lehrbetrieben, bessere Information über Hilfsangebote sowie ein stärkerer Schutz im digitalen Raum.

Parallel dazu wurden 2025 auch weitere TOPSY Toolbox Multiplikator:innentrainings abgehalten. In zehn Workshops in Österreich sowie bei zwei Fachveranstaltungen in Deutschland wurden Multiplikator:innen für das Thema psychische Gesundheit sensibilisiert und praxisnahe Tools zur Unterstützung junger Menschen in herausfordernden Situationen vermittelt. Wir freuen uns, die Workshops auch 2026 weiter anzubieten.

 
Transition

Die Kinderliga beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit dem Thema der Transition, dem - meist sehr herausfordernden - Übergang von der Pädiatrie in die erwachsenenmedizinische Betreuung für Jugendliche und junge Erwachsene mit einer seltenen Erkrankung. Dieses Phänomen ist mit einem erhöhten Risiko für gesundheitsgefährdende Zustände und einer verringerten Lebensqualität der Betroffenen verbunden. Dazu kommen erhöhte Kosten für das Gesundheitssystem durch medizinische Notfälle oder Folgeschäden.

Die Aktivitäten der Kinderliga zum Thema sind vielfältig.
Anfang 2025 präsentierte Caroline Culen zwei Vorträge zum Thema Transition für chronisch erkrankte Jugendliche: Bei der Konferenz sprich.Clartext von Alles Clara ging es um die Herausforderungen für Familien in der Pubertät, während beim Rare Disease Social Research Center der Polish Academy of Sciences einen Überblick über Entwicklungen in Österreich, Best-Practice-Beispiele und HTC-Leitlinien gegeben wurde.

Um für das Thema Transition zu sensibilisieren, konnten wir 2025 mit unserer „Videoplattform Transition“, die wir dank Verleihung des Patient Innovation Awards umsetzen konnten, in Kurzvideos Fragen rund um diese Übergangsphase von Fachexpert:innen und Erfahrungsexpert:innen, die einen Transitionsprozess selber erlebt haben, beantworten. In insgesamt neun Videos kamen wichtige Akteur:innen zu Wort und beantworteten zentrale Fragestellungen wie beispielsweise "Was ist unter Transition zu verstehen" oder "Was macht einen gelungenen Transitionsprozess aus?".

Ausblick: Aufgrund der positiven Resonanz werden wir 2026 unsere Aktivitäten zum Themenfeld „Transition“ weiter verstärken, weitere Videos produzieren und ein Fachsymposium veranstalten.
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Die vielfältigen Aktivitäten der Kinderliga zeigen eindrücklich, dass Kinder- und Jugendgesundheit ein vielschichtiges Thema ist, das interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert. Gerade in Zeiten multipler Krisen wird diese Zusammenarbeit umso wichtiger, um gemeinsam sicherzustellen, dass alle Kinder die Chance auf ein gesundes, geschütztes und förderliches Aufwachsen erhalten. Die Kinderliga wird auch weiterhin Partner:innen vernetzen, Projekte umsetzen und sich für die Rechte, die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen einsetzen.

Danke für euren Beitrag!